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Übersetzen und Dolmetschen in Deutschland und Russland - Herausforderungen für Lehre, Wissenschaft und Beruf

Übersetzen und Dolmetschen in Deutschland und Russland - Herausforderungen für Lehre, Wissenschaft und Beruf

Informationen zur Veranstaltung

Datum: 21. - 22. Oktober 2019,

Ort: Universität Mainz, Germersheim

Veranstalter: Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Staatliche Linguistische Universität Moskau (MSLU)

Website


Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Hochschulpartnerschaft zwischen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Staatlichen Linguistischen Universität Moskau (MGLU) fand am 21. und 22. Oktober 2019 am JGU-Standort Germersheim im Rahmen des Deutsch-Russischen Jahrs der Hochschulkooperation und Wissenschaft die internationale Tagung "Übersetzen und Dolmetschen in Deutschland und Russland – Herausforderungen für Lehre, Forschung und Beruf" statt.


An der zweitägigen Veranstaltung nahm neben zahlreichenden Studierenden, Ehemaligen und Dozierenden eine Delegation der MGLU teil, der die Rektorin Prof. Irina Krayeva, die Dekanin der Fakultät für Übersetzen und Dolmetschen, Dr. Ekaterina Pokholkova, die Partnerschaftsbeauftrage, Dr. Galina Fadeeva und Dr. Maria Tomskaya angehörten. 


Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Vizepräsident der JGU, Prof. Dr. Stefan Müller-Stach, der die Wichtigkeit lebendiger Hochschulkontakte für die Internationalisierung hervorhob, sowie von der Moskauer Rektorin Prof. Irina Krayeva.


Prof. Dr. Birgit Menzel, zuständig für russische Kulturwissenschaft und Partnerschaftsbeauftragte der JGU, unterstrich die Kontinuität der Partnerschaft über einen langen Zeitraum, der von gewaltigen politisch-gesellschaftlichen Umbrüchen gekennzeichnet ist. Die ständige Weiterentwicklung der Zusammenarbeit habe gezeigt, dass ungeachtet der jeweiligen politischen Großwetterlage es beiden Seiten gelungen ist, eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen. 


Vorgestellt wurde außerdem das aktuelle Partnerschaftsprojekt, "Märchen aus Eurasien", bei dem Märchen aus verschiedenen Sprachen der Russischen Föderation, wie dem Jakutischen, zunächst ins Russische und dann über die Relaissprache Russisch weiter ins Deutsche übersetzt wurden. Das Ergebnis dieses innovativen Lehrprojekts wird demnächst in einem zweisprachigen Buch veröffentlicht. In der Abendveranstaltung wurde im Theaterkeller ein Märchen auf Deutsch, Russisch und Jakutisch vorgetragen und durch ein selbstgebautes Schattentheater eindrucksvoll in Szene gesetzt.  


Am 2. Tag standen Forschungsthemen in Kultur, Sprach-  und Translationswissenschaft im Mittelpunkt. Anschließend konnte in einer gemeinsamen Skype-Schaltung mit Lehrenden, Alumni und Studierenden über die Berufsperspektiven im Zeitalter von Digitalisierung und Migration in Deutschland und Russland gesprochen werden.  


Zukünftige Kooperationsmöglichkeiten ergeben sich mit neueren Germersheimer Lehr- und Forschungsbereichen wie Eyetracking, Untertitelung und Leichte Sprache, aber auch Forschung zu den Anfängen des Simultandolmetschens auf den Nürnberger Prozessen. Diese jähren sich 2020 zum 75. Mal, während die MGLU dann bereits ihren 90. Geburtstag feiert. Beide runden Jubiläen bieten sicherlich den einen oder anderen Anlass für neue Treffen und gemeinsame Projekte. 


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Hintergrund: Seit vielen Jahren können bis zu acht Studierende im jeweils anderen Land nicht nur ihre Sprachkenntnisse verbessern, sondern auch den Mikrokosmos Hochschule sowie den Alltag im jeweils anderen Land erleben und dadurch die fremde Kultur besser verstehen lernen. Bis zu drei Dozierende können für einen Monat an der Partnerhochschule unterrichten oder forschen. Aus den Kontakten sind zahlreiche Konferenzbeiträge und Publikationen hervorgegangen. Zurzeit wird an einem gemeinsamen Masterstudiengang Translation gearbeitet.