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Bilaterales „Fachzentrum Germanistik“ in Moskau. Akademischer Durchlauferhitzer für den Nachwuchs.

Bilaterales „Fachzentrum Germanistik“ in Moskau. Akademischer Durchlauferhitzer für den Nachwuchs.

Projektziel: Die Germanistik in Russland zu stabilisieren und möglichst noch auszubauen, gehört zu den Zielen der deutschen auswärtigen Kulturpolitik, insbesondere der Sprachenpolitik. Je mehr Lernende in der RF mit der Sprachkompetenz auch Landes- und Kulturkompetenz für Deutschland erwerben, desto größer ist der kulturpolitische Mehrwert des Sprachunterrichts. Dabei geht es jedoch nicht nur um die Quantität der Deutschlerner, sondern auch um die Qualität der Lehre und des Lehrstoffes. Beides hängt wesentlich vom Hochschulstudium der Deutschlehrer ab, mithin von der Hochschulgermanistik. An der RGGU Moskau hat der DAAD daher verschiedene Komponenten zum größten germanistischen Förderprojekt weltweit zusammengeführt. Das so entstandene Fachzentrum bildet Germanisten insbesondere für den akademischen Arbeitsmarkt aus. Am „Institut für russisch-deutsche Literatur- und Kulturbeziehungen“ werden vor allem Literatur- und Kulturwissenschaft auf Spitzenniveau angeboten und in bilaterale Studienangebote der Bestenförderung eingespeist. Ziel ist es, nach dem Prinzip Teach the Teachers möglichst viele Hochschullehrer auszubilden, die ein wissenschaftlich fundiertes Bild von Deutschland, seiner Sprache, Literatur und Kultur, seiner Mentalität und Identität als Multiplikatoren weitergeben können. 

Projektpartner:  Russian State University for the Humanities (RGGU) in Moskau; DAAD Bonn; Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 
Gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Bonn aus Mitteln des Auswärtigen Amtes


Kurzfassung des Projektes: Das Fundament für das Qualifikationszentrum legte der DAAD 2005 mit der Gründung des „Thomas Mann-Lehrstuhls für deutsche Philologie“. Verantwortung für diesen Reformlehrstuhl, der erstmals die Komponenten DaF, Linguistik und Literaturwissenschaft unter einem Dach zusammenführte, übernahm Prof. Dirk Kemper, der von der Lomonosov-Universität an die RGGU wechselte. Schnell war mit der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg ein exzellenter Partner gefunden, der in der Person von Frau Prof. Elisabeth Cheauré schon seit fünf Jahren mit der RGGU kooperierte. In einer Partnerschaft auf Augenhöhe ging der Ausbau des Zentrums rasch voran. Auf eine intensiv ausgestaltete Institutspartnerschaft folgte 2008 die Einrichtung eines Masterstudiengangs mit Doppelabschluss („Literaturwissenschaft international: deutsch-russische Transfers“), der inzwischen im 12. Jahrgang tatsächlich Abschlüsse beider Universitäten verleiht. Letztlich für die Bedürfnisse des Moskauer Fachzentrums legte der DAAD 2007 das Vladimir-Admoni-Programm auf, in dem kleine Doktorandenschulen eingerichtet und mit Sur-place-Stipendien ausgestattet werden. Ob Bachelor, Master, Promotion oder Habilitation – alles wird in engster Kooperation beider Universitäten in Moskau und Freiburg gefördert. 

Diese einzigartige Struktur schuf 2014 die Voraussetzung dafür, dass sich die ALU Freiburg mit ihrem russischen Partner im harten Wettbewerb der DFG mit einem Antrag auf ein internationales Graduiertenkolleg durchsetzen konnte. Das IGK – das erste in den Geisteswissenschaften mit Russland; inzwischen das einzige mit Osteuropa überhaupt – bildet die bestmögliche Ausbaustufe des Qualifikationszentrums und steigert dessen Effizienz nochmals. Es bringt auch die großen Partner passgenau und synergetisch ins Spiel: Der DAAD unterstützt den ausländischen Partner bis zur Erreichung eines Spitzenniveaus, das echte Forschungspartnerschaft ermöglicht; die DFG findet so in Ländern, in denen nicht unbedingt äquivalenten Förderstrukturen für den internationalen Partner existieren, Ankerpunkte für die anspruchsvolle Förderlinie der Graduiertenkollegs. 

Projektwebseite: http://irdlk-moskau.ru