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Zuverlässige und erfolgreiche akademische Partnerschaft mit deutschen Universitäten und Hochschulen

Andrey Anatolyevich Baikov, Dekan der Fakultät für Internationale Beziehungen, MGIMO

Zuverlässige und erfolgreiche akademische Partnerschaft mit deutschen Universitäten und Hochschulen

Welche Aktivitäten hat das Moskauer Staatliche Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO) im Rahmen des Themenjahres unterstützt?

Das Themenjahr war eine erfolgreiche zusätzliche Maßnahme im Bereich der Internationalisierung und der Zusammenarbeit mit ausländischen Hochschulen und Forschungszentren des MGIMO. Wir schätzen die Durchführung des Dialogformates sehr. Damit erhielten wir zusätzliche Möglichkeiten neue Modelle der universitären und außer-universitären Forschungskooperation mit deutschen Partneruniversitäten und -hochschulen zu entwickeln.

Das MGIMO war auf zahlreichen Veranstaltungen vertreten, die unter dem Motto des Themenjahres stattfanden. So zum Beispiel am Deutsch-Russischen Forum für universitäre Forschung, das anlässlich der Halbzeit des Themenjahres am 2./3. Dezember 2019 in Moskau organisiert wurde. In meinem Beitrag zum Thema „Karriereentwicklung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Internationalisierungsfaktor“ unterstrich ich die Bedeutung der bilateralen Forschungsbeziehungen für die Karriereentwicklung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Das Forum ermöglichte es das gegenseitige Interesse und Verständnis für die Wissenschafts- und Bildungspartnerschaft unserer Länder zu stärken und auszubauen.

Das MGIMO unterhält derzeit Kooperationsvereinbarungen mit neun deutschen Universitäten und Hochschulen. Hervorheben möchte ich die Programme „Internationale Energiewirtschaft und Betriebswirtschaft“ und „Weltpolitik“, die das MGIMO in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig und der Freien Universität Berlin, Universität Potsdam und Humboldt-Universität Berlin durchgeführt hat. Außerdem nahmen wir an der 9. Deutsch-Russischen Woche der NachwuchswissenschaftlerInnen in Moskau teil.


Mit welchen Maßnahmen reagierte das MGIMO auf die Corona-Pandemie?

Die Corona-Pandemie hat die Lehr- und Lernprozesse sicherlich sehr beeinflusst. Das MGIMO hat aber rechtzeitig reagiert und alle Kurse bereits im März im Online-Format angeboten. Die deutschen Studierenden konnten problemlos nach Deutschland zurückkehren, bevor die Flugverbindung zwischen den Ländern eingestellt wurde. Und unsere Kolleginnen und Kollegen haben davon profitiert, dass das Sommersemester in Deutschland im April beginnt, sodass viele von ihnen den Unterrichtsbeginn auf die zweite Monatshälfte verschoben haben. Der gesamte Lehrplan wurde als Fernunterricht organisiert. Mit den Erfahrungen, die wir in der ersten Jahreshälfte gemacht haben, sind wir für das kommende Wintersemester gut gewappnet und können je nachdem wie sich die Corona-Pandemie entwickelt, auf verschiedene Strategien zurückgreifen. Sobald die Grenzen zwischen Deutschland und Russland wieder geöffnet werden, freuen wir uns, unsere deutschen Studierenden wieder in den Räumlichkeiten des MGIMO begrüßen zu dürfen.


Mit welchen deutschen Universitäten und Hochschulen arbeitet Ihr Institut zusammen und in welchen Bereichen?

Wir pflegen zuverlässige und erfolgreiche akademische Partnerschaften mit folgenden deutschen Universitäten und Hochschulen: der Freien Universität Berlin, der Universität Leipzig, der Handelshochschule Leipzig (HHL), der Universität Reutlingen, der Technischen Universität Dresden, der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), der Münchener Schule für Management der Maximilian Ludwig-Universität, der EU-Europa Campus- Universität, der Universität Osnabrück, der Universität Tübingen sowie der Universität Erfurt.

Mit einer Reihe unserer deutschen Partner unterhalten wir Doppeldiplom-Programme. Es exisitiert eine Vielzahl von Mobilitätsprogrammen für Studierende und Hochschulpersonal. Circa 1200 Studierende unseres Instituts erlernen Deutsch als Fremdsprache, das ist fast jede/sechste Student/in. Ein interessanter historischer Fakt ist, dass seit 1955 fast 800 deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger am MGIMO ein Studium absolviert haben.

Zum Deutsch-Russischen Jahr der Hochschulkooperation und Wissenschaft hat das MGIMO außerdem mit seinen Aktivitäten des "German Studies Clubs" beigetragen. Im Rahmen dessen wurden eine Vielzahl verschiedenster Projekte durchgeführt, darunter auch in Form von Videokonferenzen (Videodebatten) und sogenannten „Direktgesprächen“. Diese ermöglichen den Studierenden, mit VertreterInnen verschiedener Berufe - von Diplomaten bis zu Geschäftsleuten - direkt ins Gespräch zu kommen und sich mit den Besonderheiten ihrer zukünftigen beruflichen Tätigkeit vertraut zu machen.


Welche Aktivitäten, die unter dem Motto des Themenjahres stattfanden, waren für Sie am interessantesten?

Am 8. Juni 2019 organisierte das MGIMO zusammen mit dem Präsidialrat für Wissenschaft und Bildung eine Veranstaltung „Die Bedeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses bei der Umsetzung internationaler wissenschaftlich-technologischer Projekte“ auf dem Internationalen Wirtschaftsforum St. Petersburg 2019. An der Tagung nahm Lucian Brujan teil, Direktor der Abteilung für Internationale Beziehungen der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Im September 2019 hatten wir ein wichtiges bilaterales Treffen mit der Vizerektorin der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Verena Blechinger-Talcott. Zu Gast waren auch der Leiter der Hanns-Seidel-Stiftung Moskau (HSS), Jan Dresel sowie leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Botschaft in der Russischen Föderation. Die gemeinsamen Aktivitäten bestätigen unserer Meinung nach die Richtigkeit des gewählten Prinzips, die Zusammenarbeit nicht ausschließlich auf universitäre Partner zu beschränken, sondern darüber hinaus auch VertreterInnen anderer Ebenen in die Diskussionen einzuschließen.

Am 28.06.2019 nahm ich am Treffen der Deutsch-Russischen Kommission für wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit (WTZ-Sitzung) in Berlin teil. Beide Ministerien planen eine Reihe von neuen Initiativen, Workshops und Förderbekanntmachungen zu einzelnen Themen der Roadmap. Darüber hinaus wurden in Berlin Fachvereinbarungen zur wissenschaftlichen und technischen Zusammenarbeit auf folgenden Gebieten verlängert: Meeres- und Polarforschung, innovative Strategien und Technologien für eine nachhaltige Entwicklung im Bereich des Umweltschutzes, Laserforschung und Lasertechnologie sowie zur biologischen Forschung und der Biotechnologie (Bioökonomie). Das MGIMO beteiligt sich systematisch an der Arbeit der WTZ.

Meiner Auffassung nach ist die Kombination solcher Aktivitäten entscheidend, um den Fortschritt der deutsch-russischen Wissenschafts- und Hochschulzusammenarbeit zu ermöglichen. Wir haben eine sehr gute Infrastruktur mit unseren deutschen KollegInnen geschaffen, um trotz jedweder Widrigkeiten eine ganzheitliche und zukunftsorientierte Zusammenarbeit zu pflegen. Vertrauen und Offenheit ist essentieller Bestandteil unseres erfolgreichen bilateralen Dialoges.