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Die Stabilität der Partnerbeziehungen ist eine Gewähr für eine erfolgreiche Zusammenarbeit

Pavel Alexeyevich Akimov, Prorektor der Moskauer Nationalen Forschungsuniversität für Bauwesen (MGSU)

Die Stabilität der Partnerbeziehungen ist eine Gewähr für eine erfolgreiche Zusammenarbeit

An welchen Aktivitäten, die unter dem Motto des Themenjahres stattfanden, hat Ihre Universität teilgenommen? Entsprachen sie den Erwartungen?

Im laufenden akademischen Jahr nahm die MGSU aktiv an gemeinsamen Veranstaltungen mit deutschen Universitäten und Wissenschaftsorganisationen teil. Das umfassende Kommunikationsformat erlaubte zudem, an der internationalen Konferenz „Technische Regulierung und Standardisierung im Bauwesen“ im Rahmen der Baumesse BAUTEC 2018 in Berlin und an der German-Russian Week of the Young Researcher „Chemical Energy Storage and Conversion“ in Kasan teilzunehmen. Auf praktisches Interesse stießen die Baustofftagung IBAUSIL, die internationale Konferenz „Errichtung und Planung von Smart Homes für eine nachhaltige Entwicklung menschlicher Siedlungen“ in München und die Fachmesse IENA 2019 „Ideen, Erfindungen und Neuheiten“ in Nürnberg, wo unsere Universität mit dem russisch-deutschen Projekt „Erhöhung der Energieeffizienz von Wärmepumpen mit unterirdischen Kollektoren und Befeuchtungssystem“ vertreten war.

Die umfangreiche Veranstaltungspalette erweiterte zweifellos den Kreis der potenziellen Partner der MGSU, wobei viele gemeinsame Wege für die praktische und akademische Zusammenarbeit ins Auge gefasst wurden. Meiner Meinung nach besteht unter den modernen Bedingungen gerade an der Erweiterung der wissenschaftlichen Partnerschaft das größte Interesse. Die MGSU ist bereit, als Plattform für die gemeinsame Forschung von Nachwuchsforscherteams mit neuen Ansichten und Ideen zu dienen.

Am Standort der MGSU wurde das regionale gemeinsame Hauptzentrum eingerichtet, das die führenden Forschungs- und Testlabors vereinigt, die mit der modernsten Ausrüstung und Anlagen von Weltniveau ausgestattet sind. Das Wichtigste ist, dass das alles für junge Forscher von staatlichen und privaten Hochschulen zugänglich ist. In unserem technischen Zentrum können wissenschaftliche Forschungen beliebigen Schwierigkeitsgrades durchgeführt werden.


Die epidemiologische Situation hat große Veränderungen in den Aktivitäten der Hochschulen bewirkt, Ist es dennoch gelungen, zumindest einen Teil der akademischen Mobilitätsprogramme mit deutschen Hochschulen im Rahmen des Themenjahres umzusetzen? Was ist in dieser Richtung noch geplant?

Im Rahmen des Deutsch-Russischen Jahres der Hochschulkooperation und Wissenschaft 2018/2020 konnten wir bis zum Beginn der Pandemie vieles umsetzen, weshalb unser Partnerprogramm insgesamt keinen Schaden nahm. Es gelang, eine Reihe von wichtigen mit der akademischen Mobilität verbundenen Programmen zu verwirklichen, zum Beispiel die Teilnahme an der Winterschule IREC 2018. Das ist ein bekannter internationaler Wettbewerb für Studentenprojekte im Bereich Immobilienmanagement. 2019 empfingen wir eine große Delegation von Mitarbeitern der Technischen Universität Dresden, denen wir Einsicht in die Organisation des Lehrbetriebs an der MGSU boten. Ferner wurde eine Reihe von gemeinsamen Seminaren mit Studierenden der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin zu den Themen „Techniken zur Informationsmodellierung im Bauwesen“ und „Robotik und Mechatronik im Bauwesen“ veranstaltet. Die MGSU plant auch langfristig, die akademische Mobilität mit den Partneruniversitäten aktiv zu entwickeln.


Mit welchen Hochschulen in Deutschland arbeitet Ihre Universität zusammen? In welchen Bereichen und Projekten? Welche Ergebnisse würden Sie besonders hervorheben?

Derzeit unterhält die MGSU gute Partnerbeziehungen zu vielen Bildungs- und Wissenschaftsorganisationen in Deutschland. Ich möchte sieben deutsche Hochschulen hervorheben: die Technische Universität Berlin, die Technische Universität Dresden, die Ruhr-Universität in Bochum, die Bauhaus-Universität Weimar, die Technische Universität Darmstadt, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig.

Gemeinsam führen wir ein breitgefächertes Spektrum von Arbeiten im wissenschaftlichen, praktischen und Bildungsbereich durch. Dabei handelt es sich um Baustoffe und Bautechniken, Straßenbau, neue Materialien für Fahrbahnbeläge, städtische Infrastruktur sowie Umweltschutz. Wir fördern natürlich auch aktiv neue Richtungen wie zum Beispiel den 3D-Druck im Bauwesen.

Eines der erfolgreichsten langfristen Projekte ist das Projekt „Strategische Partnerschaft und thematische Netzwerke“ zwischen unserer Universität und der Bauhaus-Universität Weimar. Ziel der Zusammenarbeit sind Erfahrungsaustausch und Durchführung gemeinsamer wissenschaftlicher und Forschungsarbeiten im Bereich der Erstellung eines technischen Regelwerks zur Verbesserung der klimatischen Eigenschaften von Gebäuden. Fragen der modernen Architektur und Urbanistik wurden getrennt behandelt. Dank des Projekts konnte ein Austausch von Studenten, Nachwuchswissenschaftlern und Dozenten stattfinden. Das war eine sehr interessante und nützliche Erfahrung im Halten von Vorlesungen, in der Veranstaltung von gemeinsamen wissenschaftlichen Seminaren und in gemeinsamen Forschungen.

Eine attraktive Richtung unserer Partnerschaft sind gemeinsame Jahresprojekte von Studenten. Studentengruppen der beiden Universitäten entwickelten mehrere Projekte im Bereich technische Gebäudeausrüstung und Urbanistik. Die jungen Spezialisten sammelten praktische Arbeitserfahrungen in einem internationalen Team und testeten ihre Fachkenntnisse. Im Rahmen des Projekts wurde von Nachwuchsforscherteams auch gemeinsame wissenschaftliche Forschung betrieben und wurden eine Reihe von Publikationen veröffentlicht, die danach bei der Anfertigung der Dissertationen verwendet wurden.

Ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist das Projekt der MGSU und der Technischen Universität Dresden „Durchführung von rheologischen Untersuchungen von Zementsuspensionen im Hinblick auf den 3D-Druck“. Das Programm wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt. Doktoranden der MGSU erhielten die Möglichkeit, am Standort des Forschungszentrums für Baustoffe der Technischen Universität Dresden zu forschen. Wissenschaftliche Mitarbeiter der Dresdner Universität wiederum führten in den Labors unseres universitären Forschungsinstituts für Baustoffe und Bautechnik eine Reihe von Experimenten durch.


Welche Veranstaltungen im Rahmen des Themenjahres bewerten Sie als die interessantesten und bedeutendsten?

Ich würde das Seminar „Smart Cities“ hervorheben, das im Oktober 2019 bei uns an der MGSU stattfand. Die Veranstaltung wurde in Partnerschaft mit dem Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) in Moskau organisiert. Das Seminarprogramm beinhaltete interessante Vorträge und Seminare zu aktuellen Problemen der digitalen Wirtschaft in der Kommunalwirtschaft und der Implementierung von Smart-City-Technologien.

Auf dem Seminar wurden Fragen der Auswahl von Technologieplattformen für die Digitalisierung der Infrastruktur der modernen Stadt und der regionalen Entwicklung von zukunftsweisenden Informationstechnogien diskutiert. Die Seminarvortragenden berichteten über ihre Arbeitserfahrungen im Rahmen des Nationalen Programms „Die digitale Wirtschaft der Russischen Föderation“ und der Nationalen Projekte „Wohnraum und städtischer Lebensraum“ und „Wissenschaft“. Zu den Teilnehmern zählten Vertreter der akademischen Gemeinde und der Industrie Russlands und Deutschlands, die ihre Ansichten zur Entwicklung der Smart-City-Technologien äußerten.

Leider mussten aufgrund der Coronavirus-Pandemie eine Reihe von für 2020 geplanten Veranstaltungen verschoben werden. Falls sich die Lage bessert, finden sie Ende 2020 statt, andernfalls im Fernformat oder 2021.