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Persönliche Kontakte - Formel für die erfolgreiche Zusammenarbeit

Ekaterina Karpushenkova, Leiterin Kontaktbüro für Hochschulkooperation und Forschung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen in Moskau

Persönliche Kontakte - Formel für die erfolgreiche Zusammenarbeit

Welche Erfahrungen haben Sie mit der deutsch-russischen Wissenschaftszusammenarbeit?

Die Russische Föderation gehört zu den Schwerpunktländern in der Internationalen Ausrichtung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft (MKW) des Landes Nordrhein-Westfalen.

Seit 2007 unterhält das Ministerium ein Kontaktbüro für Hochschulkooperation und Forschung in Moskau zur Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen der Russischen Föderation und dem Land Nordrhein-Westfalen. Das Büro unterstützt und begleitet russische und nordrhein-westfälische Institutionen bei der Anbahnung neuer und der Pflege bestehender Kontakte. Zahlreiche Hochschulen auf beiden Seiten nutzen dieses Angebot für ihre bilateralen Kooperationen. Als Partner in Nordrhein-Westfalen steht das Zentrum für Innovation und Technik in Mülheim an der Ruhr dem Kontaktbüro des Ministeriums in Moskau zur Seite.

Die Erfahrung zeigt uns, wie wertvoll und wichtig es ist, Kontakte zwischen Partnern auf deutscher und russischer Seite zu initiieren, zu pflegen und auszubauen. Auf beiden Seiten besteht ein großes Potential in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen, das erst durch den Kontakt wahrgenommen, intensiver kennengelernt und dann auch sehr geschätzt wird. Hier sehe ich eine meiner wesentlichen Aufgaben, die persönlichen Kontakte zwischen beiden Seiten herzustellen und weiter zu begleiten. 


Welche sichtbaren Ergebnisse sind aus der Zusammenarbeit mit russischen Partnereinrichtungen inzwischen entstanden und welche Ziele werden verfolgt?

Russland und Nordrhein-Westfalen verbindet eine lange Tradition der Zusammenarbeit im Hochschulbereich und in der Wissenschaft. Es sind mittlerweile sehr viele gemeinsame Forschungsprojekte entstanden, in die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Seiten ihre Kompetenzen einbringen. Beispiele sind das Projekt der TU Dortmund und der Universität MEPHi im Bereich Materialwissenschaft, Kooperation zwischen der Hochschule Hamm-Lippstadt und der Universität ITMO im Bereich Informatik und andere. 

Zwischen den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen und der Russischen Föderation bestehen derzeit rund 140 Kooperationen. Neben den Kulturwissenschaften stehen insbesondere verschiedene Bereiche der Natur- und technologieorientierten Wissenschaften im Fokus der bilateralen Zusammenarbeit.


Worin sehen Sie die besondere Bedeutung der deutsch-russischen Wissenschaftszusammenarbeit?

Russland verfügt z.B. traditionell über eine starke Grundlagenforschung, Nordrhein-Westfalen ist insbesondere auch sehr stark im Anwendungsbereich aufgestellt, was die bilaterale Kooperation sehr gut ergänzt. Heutzutage entstehen viele gemeinsame Projekte im interdisziplinären Bereich, um mögliche Antworten auf die Fragen der Zukunft zu finden. Kein Land agiert hier alleine.

Menschen aus Russland und Deutschland verbindet häufig eine ähnliche Mentalität; unterschiedlich sind hingegen beispielsweise unsere Bildungssysteme. Daher ist es besonders wichtig, die Stärken von jeder Seite zu identifizieren und diese bei gemeinsamen Projekten umzusetzen.


Welchen Schwerpunkt wollen Sie im dt.-russ. Themenjahr unter der Schirmherrschaft beider Außenminister für die deutsch-russische Wissenschaftszusammenarbeit setzen? Wie ist Ihr Ausblick in die Zukunft?

Besonders wichtig ist, dass bilaterale Wissenschafts- und Forschungskooperationen sowohl im Rahmen des derzeitigen deutsch-russischen Wissenschaftsjahres als auch durch die „Deutsch-Russische Roadmap für die Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation“ unterstützt werden. Dies spornt Akteure auf beiden Seiten an, weitere gemeinsame Projekte zu entwickeln.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen der COVID-19-Pandemie stehen ganz besonders die Themen Gesundheitswesen und Biotechnologie im Fokus, bei denen großes Potential für gemeinsame Forschungsprojekte gesehen wird. Nicht zu vergessen sind Themen wie Nachhaltigkeit, künstliche Intelligenz oder Digitalisierung, bei denen in letzter Zeit große Veränderungen stattgefunden haben. Beispielsweise haben die Hochschulen in Russland und Nordrhein-Westfalen aufgrund der COVID19-Pandemie derzeit von einem Präsenzbetrieb auf einen digitalen Lehrbetrieb umgestellt. Dadurch kann der Unterricht dank der Digitalisierung im Online-Format erfolgen.


Welche Empfehlungen geben Sie, auf Basis Ihrer Erfahrungen, anderen Akteuren mit auf den Weg?

Aus unserer Sicht profitieren alle Beteiligten von länderübergreifenden Kooperationen zwischen Hochschulen oder Forschungseinrichtungen. Das sehen wir an zahlreichen Projekten und auch Freundschaften, die mit russischen Partnern entstanden sind. Das Büro des MKW in Moskau hat die Aufgabe, Akteuren aus Russland den Weg zur Partnersuche in Nordrhein-Westfalen zu vereinfachen und sie bei der Kontaktanbahnung zu unterstützen. Das Gleiche gilt für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nordrhein-Westfalen, die an der Zusammenarbeit mit russischen Einrichtungen interessiert sind.

Ich gebe potentiellen Interessenten folgende Empfehlung: je konkreter Sie Ihre Anfrage formulieren, desto größer ist die Chance, den richtigen Ansprechpartner in Nordrhein-Westfalen oder in Russland zu finden und gemeinsame Aktivitäten zu starten. Die Kommunikation in der englischen Sprache ist dabei für die Kooperation ein deutlicher Vorteil. 


Ekaterina Karpushenkova
Repräsentantin des Ministeriums für Kultur und
Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und
der NRW.INVEST, Wirtschaftsförderungsgesellschaft
des Landes Nordrhein-Westfalen
Tel.:  +7(499)674 70 82, +7(495)730 13 45
E-mail: karpushenkova@nrwinvest.comkarpushenkova@deinternational.ru