• Über das Themenjahr
  • Partnerschaften im Themenjahr
  • Themen und Projekte
  • Leuchtturmprojekte
  • Forscherporträts
 

Die innovative strategische Partnerschaft öffnet ein neues „Fenster“ zur gegenseitigen Wissenschafts- und Bildungsmobilität

Ljudmila Viktorowna Kulikowa, Direktorin des Instituts für Philologie und Sprachkommunikation der Sibirischen Föderalen Universität

Die innovative strategische Partnerschaft öffnet ein neues „Fenster“ zur gegenseitigen Wissenschafts- und Bildungsmobilität

Das Deutsch-Russische Jahr der Hochschulkooperation und Wissenschaft 2018/2020 (Themenjahr) soll der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beider Länder neue Impulse geben und das Zusammenwirken zwischen Hochschulen und Wissenschaftsorganisationen transparenter machen. An welchen mit dem Themenjahr verbundenen Initiativen hat sich die SFU beteiligt und welche Ergebnisse hat sie erzielt? Welche Praktiken haben sich als effektivste erwiesen?

Das Institut für Philologie und Sprachkommunikation der SFU pflegt aktiv Wissenschafts- und Bildungskontakte zu deutschen Hochschulen. Die Zusammenarbeit umfasst die Teilnahme an wissenschaftlichen Konferenzen und Seminaren, akademische Mobilität im Rahmen von DAAD-Programmen, Projektaktivitäten, gemeinsame Publikationen und die Mitgliedschaft in einschlägigen deutschen Vereinigungen. Die Partner des Instituts für Philologie und Sprachkommunikation der SFU im Rahmen dieser Praktiken sind die deutschen Universitäten in München, Trier, Heidelberg, Passau, Bayreuth und Hamburg.

Darüber hinaus unterhält das Institut enge Verbindungen zu den deutschen Organisationen in Moskau: DAAD, Goethe-Institut und die Helmholtz-Gemeinschaft.

Die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Philologie und Sprachkommunikation der SFU und dem Fachbereich Germanistik der Ludwig-Maximilians-Universität München erhielt im Jahr 2020 im Rahmen der gemeinsamen Teilnahme am Wettbewerb „Brücken für die deutsch-russische Hochschul- und Wissenschaftszusammenarbeit“ mit dem Projekt „Klinische Linguistik/Neuropragmatik: Sprachtherapie bei Patienten mit kognitiven Störungen“ einen neuen Impuls. Sie ist heute eine der aktuellsten und aussichtsreichsten linguistischen Richtungen mit interdisziplinärem Charakter. Die Umsetzung des bilateralen Projekts umfasst deutsch-russische wissenschaftliche Seminare, Vorlesungen, angewandte Workshops und Pitching-Präsentationen sowohl im Direkt- als auch in einem interaktiven Online-Format. 

Die innovative strategische Partnerschaft öffnet ein neues „Fenster“ zur gegenseitigen Wissenschafts- und Bildungsmobilität sowohl für etablierte Wissenschaftler als auch für Doktorandinnen und Doktoranden und junge Forscherinnen und Forscher beider Universitäten.


Hat Ihre Universität Veranstaltungen im Rahmen des Deutsch-Russischen Jahres 2018/2020 der Hochschulkooperation und Wissenschaft durchgeführt? Wie war die Reaktion?
Zweifellos war das Deutsch-Russische Jahr der Hochschulkooperation und Wissenschaft 2018/2020 ein inspirierender Anreiz, lokale Veranstaltungen an der Sibirischen Föderalen Universität zu organisieren. Im Kontext der integrativen und Kultur- und Bildungspraxis wurde ein Dialogtreffen zwischen dem deutschen Generalkonsul in Nowosibirsk, Peter Blomeyer, und Studentinnen und Studenten der Sprachfachrichtungen über die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern veranstaltet. Darüber hinaus fand ein brillantes Jazzkonzert des zeitgenössischen deutschen Pianisten Joja Wendt statt. Diese beiden herausragenden Ereignisse wurden von der gesamten akademischen Gemeinschaft der Universität positiv aufgenommen.


Was sind die Schlüsselbereiche der Zusammenarbeit zwischen Ihrer Universität und deutschen Hochschulen? Welche sollen besonders aktiv entwickelt werden?

Die wichtigsten geisteswissenschaftlichen Richtungen der Zusammenarbeit zwischen der SFU und den deutschen Hochschulen sind die Kooperation zwischen sprach- und rechtswissenschaftlichen Bildungsprogrammen. Das SFU-Rechtsinstitut hat in Partnerschaft mit der Universität Passau bedeutende und ausgiebige Erfahrungen gesammelt, worüber vor allem die Schaffung des Master-Studiengangs mit Doppeldiplomen zeugt. Die für die Entwicklung der universitären Integration relevante Agenda im Bereich der Sprachwissenschaft vereint das Institut für Philologie und Sprachkommunikation der SFU und die Universitäten Trier, Heidelberg, Hamburg, Dresden und Bayreuth. Darüber hinaus werden sozial orientierte Probleme berücksichtigt – das Studium und die Dokumentation der Gebärdensprachen beider Länder sowie das Studium der Theorie und Praxis der interkulturellen Mediation, der Medienkommunikation, der Slawistik und der Literaturübersetzung.


Widmet Ihre Universität der Vermittlung der deutschen Sprache und Kultur an Studierende und junge Wissenschaftler Aufmerksamkeit? In welchem Format findet dies statt, wie ist die Entwicklung geplant?

An unserem Fachinstitut stand und steht immer im Mittelpunkt, die Aufmerksamkeit auf das Studium der deutschen Kultur und die verschiedenen Formate des Deutschunterrichts zu lenken. Zunächst wird Deutsch von Studierenden der Studiengänge Linguistik, Übersetzung und Translationswissenschaft studiert. Dabei wecken wir in Ergänzung zu traditionellen Bildungsformaten das Interesse der Studierenden an der Teilnahme an regionalen und internationalen Olympiaden, die die deutsche Sprache fördern. Bachelor- und Master-Studentinnen und -Studenten haben die Möglichkeit, die internationale Deutschprüfung im Rahmen des langjährig innerhalb unserer Hochschule tätigen Goethe-Instituts und DAAD-Lektorats abzulegen. Darüber hinaus werden Forschungsprojekte von Studentinnen und Studenten und jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts für Philologie und Sprachkommunikation, die sich auf die Forschung an Hochschulen und anderen Organisationen in Deutschland beziehen, aktiv und inhaltsbezogen unterstützt. Ein hervorragendes Beispiel für eine solche Praxis ist das Stipendium, das einer der Studenten des Instituts für Philologie und Sprachkommunikation im Jahr 2020 für die Erforschung des musikalischen und sprachlandeskundlichen Erbes des größten deutschen Komponisten R. Wagner an der Universität und im Theater Bayreuth erhielt.

Im Fokus der SFU stehen für die nahe Zukunft neue Formate und Investitionsmöglichkeiten, um russische und deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Lehrerinnen und Lehrer im Rahmen der akademischen Mobilitätsprogramme der Universitäten beider Länder (DAAD-Lektoren, junge Hochschulprofessoren, Studentinnen und Studenten) für die Teilnahme an internationalen Sommerschulen usw. zu gewinnen.