• Über das Themenjahr
  • Partnerschaften im Themenjahr
  • Teilnahme
  • Themen
  • Leuchtturmprojekte
 

Globale Herausforderungen benötigen gut verankerte Anstrengungen vor Ort

Prof. Dieter Kies (Studiendekan) und Prof. Dr. Anna Steidle (Prorektorin für Forschung und Internationales), Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg

Globale Herausforderungen benötigen gut verankerte Anstrengungen vor Ort

Wer sind Ihre Partner auf russischer Seite und was waren die Gründe, diese Partnerschaft (wann?) zu bilden?

Die Beziehungen zwischen Ludwigsburg und Saratov wurden in den 1990er Jahren begründet. Grund für die Aufnahme der Beziehungen war nach Fall des „eisernen Vorhangs“ der Ausbau von Beziehungen zu Ausbildungseinrichtungen für die Verwaltung in osteuropäischen Staaten, um dort die Ausbildung des Verwaltungsnachwuchses nach westeuropäischen Standards und nach rechtstaatlichen Kriterien zu unterstützen.

Welche sichtbaren Ergebnisse sind aus dieser Kooperation/diesem Projekt inzwischen entstanden und welche Ziele wollen Sie erreichen?

Standen zu Beginn Kontakte auf Rektoratsebene im Mittelpunkt, wurde dies im Lauf der Zeit auf Dozentenmobilitäten und wechselseitige Studienreisen mit bis zu 25 Studierenden ausgeweitet.
Ein vom DAAD gefördertes Projekt war der ab 2009 gemeinsam von der HVF Ludwigsburg mit der Stolypin-Akademie in Saratov entwickelte „Duale Masterstudiengang „Verwaltungsmanagement in Deutschland und Russland“. Bereits zum Studienbeginn 2011 konnten die ersten fünf russischen Studierenden in der neuen Variante des Studienganges begrüßt werden.

Worin sehen Sie die besondere Bedeutung Ihrer Partnerschaft/Ihres Projektes?

Russland ist ein wichtiger Partner Deutschlands und Europas. Als angehende Landesbeamtinnen und -beamte lernen die Studierenden durch den Austausch mit ihren russischen Kollegen deren Sichtweisen sowie das russische Verwaltungssystem mit seinen Stärken und Schwächen kennen und knüpfen persönliche Beziehungen, die eine wichtige Basis für vertrauensvolle Zusammenarbeit ist. Globale Herausforderungen wie Klimawandel oder Migration brauchen globale Anstrengungen, die aber lokal in den Kommunen, ihren Verwaltungen und den nationalen und regionalen Regulierungen, verankert sind. Interkulturelle Erfahrungen mit Weltmächten wie Russland, China und den USA sind daher für unsere Studierenden horizontweitend und erweitern ihre Lösungskompetenzen.

 Partnerschaften funktionieren dann gut, wenn die koordinierenden Hochschullehrenden ein intrinsisches Interesse an der Entwicklung der Partnerschaft haben. Hier ist von beiden Seiten nicht nur die Sympathie, sondern auch das Interesse an der anderen Kultur vorhanden.

Welchen Schwerpunkt wollen Sie im dt.-russ. Themenjahr unter der Schirmherrschaft beider Außenminister für Ihre Kooperation setzen? Wie ist Ihr Ausblick in die Zukunft?

Es ist geplant, den Studierendenaustausch fortzusetzen und ggf. auch auszubauen, so dass die gemeinsamen Lehrveranstaltungen in der einen oder anderen Form im Curriculum unserer Studierenden anerkannt werden können.
Außerdem steht im kommenden Jahr die Verstärkung des wissenschaftlichen Austauschs auf der Agenda. Dazu sollen fachlich ähnlich interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler miteinander – mit Hilfe von Videokonferenzen zu einschlägigen Themen - ins Gespräch gebracht werden.