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Deutsch-Russisches Forum der universitären Forschung

Deutsch-Russisches Forum der universitären Forschung

Am 2. Und 3. Dezember 2019 hat das „Deutsch-Russische Forum der universitären Forschung“ in der nationalen Forschungsuniversität MISIS in Moskau stattgefunden. Es handelt sich dabei um die Halbzeitbilanzveranstaltung des „Deutsch-Russischen Themenjahrs der Hochschulkooperationen und Wissenschaft“, dessen zweijährige Laufzeit sich von Dezember 2018 bis Dezember 2020 erstreckt. 

Etwa 300 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, Studierende und Fachverantwortliche aus den beteiligten Ministerien und Wissenschaftsinstitutionen waren dem Aufruf gefolgt. Auf deutscher Seite begrüßte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering, die gut 300 Gäste in der Nationalen Universität für Wissenschaft und Technologie MISIS. Auf russischer Seite sprachen die Rektorin der MISIS Prof. Alevtina Tschernikowa, Präsidentenberater Prof. Andrej Fursenko und der Erste Vize-Minister für Wissenschaft und höhere Bildung, Prof. Grigorij Trubnikow, zur Eröffnung.  

Der erste Konferenztag spiegelte die politische Sichtweise des Themenjahrs wider. Beide Seiten betonten die wichtige, bereits seit vielen Jahren fest verankerte Rolle der Wissenschaft in der bilateralen Zusammenarbeit der Staaten (Stichwort: „science diplomacy“). Wichtiger Bezugspunkt ist die von beiden Wissenschaftsministerien Ende 2018 unterzeichnete und auf zehn Jahre Laufzeit angelegte Deutsch-Russische Forschungsroadmap. Diese setzt Maßstäbe, da bisher – aus deutscher Sicht - mit keinem anderen Land der Welt so langfristige und umfassende Ziele der Zusammenarbeit beschlossen wurden. Die Roadmap sieht unter anderem 25 Mio. Euro für die Förderung von wissenschaftlichen Nachwuchskräften in Großforschungseinrichtungen (sogenannte „Säule 1“) sowie in der allgemeinen Nachwuchsförderung („Säule 3“) vor. Eine Kommunikationsplattform soll dazu noch aufgebaut werden.

Am zweiten Konferenztag standen jüngere Forschende mit ihren konkreten Projekten und persönlichen Erfahrungen sowie der Austausch mit Wirtschaftsvertretern im Fokus. Die Perspektiven der Unternehmen reichten von vom russischen„Silicon Valley“, dem Skoltech Institute bei Moskau, über den Mittelstand bis hin zu Großunternehmen. Die anwesenden Unternehmensvertreter aus der angewandten Industrieforschung betonten dabei die guten wissenschaftlichen Rahmenbedingungen in Russland und die Langjährigkeit ihres Engagements vor Ort (Beispiele: Bayer/Bosch/Siemens). Dabei wurden aus Sicht des Mittelstands auch Probleme benannt, wie die unternehmerische Betrachtung des Faktors Zeit (unmittelbare Reaktion auf Kundenwünsche) im Spannungsfeld mit der zeitaufwändigen Aushandlung von Kooperationsverträgen mit Forschungseinrichtungen.

Zum Abschluss des zweiten Konferenztages konnten sich die Anwesenden im Untergeschoss der MISIS einen Fotowettbewerb mit Aufnahmen aus der Forschung anschauen. Krönender Abschluss war der deutsch-russische Science Slam mit sechs jungen Forschenden, die jeweils 15 Minuten Zeit erhielten, um ihr Fachgebiet so plastisch wie möglich vorzustellen. Dabei reichte die Spannbreite der Themen von Lebensrisiken im Krankenhaus über die weltweite Sprengstoffsuche bis hin zu molekularen Grundlagen von Lebensmitteln, über meeresbewohnende Urzeittiere bis hin zu spezialisierten, menschlichen Immunzellen. Die rasante Wissensvermittlung wurde vom studentischen Publikum mit viel Begeisterung aufgenommen.

Die Veranstaltung fand auf Einladung des russischen Ministeriums für Wissenschaft und höhere Bildung statt. Sie wurde von den Koordinatoren des Themenjahres unterstützt. Dies sind die Nationale Universität für Forschung und Technologie “MISiS”, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) in Moskau. 

Inhaltliches Kernstück der bisherigen Themenjahrs-Zusammenarbeit waren die ca. 20 gemeinsamen Wissenschaftsprojekte, die von den jeweiligen Experten in einer Postersession am ersten und zweiten Tag vorgestellt wurden. Diese geben der Vielfalt des Themenjahrs konkrete Aspekte und umfassen Projekte aus der Grundlagen- und angewandten Forschung in Naturwissenschaften und Technik, genauso wie gemeinsame Themenstellungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Stellvertretend sei das TAIGA Projekt des Deutschen Elektronen Synchrotons (DESY Zeuthen) im Baikal genannt, die Übertragung und Zusammenführung von eurasischen Märchen, das Exzellenzzentrum G-RISC zwischen FU Berlin und Sankt Petersburg. Weiter unten finden Sie die Poster, die präsentiert wurden.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das russische Sekretariat des Themenjahres per E-Mail (ru-de.year@misis.ru). Auf der deutschen Seite steht Ihnen Frau Rohde (kontakt@wissenschaftspartner.de) im DWIH Moskau bzw. Caroline Meynen im DAAD Bonn (meynen@daad.de) zur Verfügung.

Das Programm können Sie hier einsehen.